PKV Beitragserhöhung 2018

Wenn Menschen (Senioren) die Beiträge für die private Krankenversicherung nicht mehr aufbringen können

In den vergangenen Jahren mussten Mitglieder einer PKV zum Teil deutliche Beitragserhöhungen hinnehmen, so dass insbesondere Menschen im fortgeschrittenen Alter die Beiträge nicht mehr leisten können und teilweise in der Existenz bedroht sind.

Sollten – wie geplant – einige Bundesländer ihren Beamten ermöglichen, dass sie in die GKV wechseln können, würden die Beiträge für alle PKV-Versicherten noch weiter steigen. Schon jetzt liebäugeln viele Mitglieder einer privaten Krankensicherung (PKV) mit einem Wechsel in eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV), um die eigene Beitragslast zu senken.

Aber ist dieser vermeintlich letzte Ausweg immer der richtige? Das Besser Leben Service-Team hat für Sie die unterschiedlichen Möglichkeiten recherchiert.

Der Basistarif der PKV

Versicherte, die ihre regulären Beiträge nicht mehr aufbringen können, haben die Möglichkeite in den Basis- oder Standardtarif ihrer Versicherung zu wechseln oder auf besondere Zusatzleistungen verzichten, um die Beitragslast zu reduzieren.

Der Basistarif beinhaltet annähernd dieselben Leistungen, die auch in einer GKV angeboten werden. Daher darf dieser Tarif auch nur so viel kosten, wie der höchste Beitrag zur GKV (2017 – 636,10 € und ab 2018 – 646,05 € monatlich).

Wenn Sie bereits für viele Jahre Mitglied in einer PKV sind, stehen die Chancen gut, dass der Basistarif nicht dem Höchstbeitrag der GKV entspricht. Ihre angesparten Altersrückstellungen kommen Ihnen da zugute.

Sollten Sie die Beiträge des Basistarifs dennoch nicht (mehr) leisten können, so dass sie Grundsicherung für Arbeitssuchende oder Sozialhilfe benötigen, haben Sie noch die Möglichkeit, einen Antrag auf Halbierung der Beiträge zu stellen.

Sollte die Beitragslast selbst dann noch zu hoch sein, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen beim Grundsicherungsträger oder Sozialamt einen Zuschuss beantragen. In finanziell besonders prekären Situationen werden Mitglieder einer PKV in den sogenannten Notlagentarif eingestuft.

Der Standardtarif der PKV

Für Mitglieder einer PKV, die schon vor dem Jahr 2009 privat versichert waren, besteht alternativ die Möglichkeit in den sogenannten Standardtarif zu wechseln, den jede PKV anbieten muss. Wie beim Basistarif werden alle Leistungen einer GKV abgedeckt und die Altersrückstellungen können sich ebenfalls kostensenkend auswirken.

Der Standardtarif ist jedoch nur für zwei Versichertengruppen erhältlich:

  •  Versicherte, die 65 Jahre oder älter und mindestens zehn Jahre privat versichert sind.
  • Versicherte die mindestens 55 Jahre alt sind und deren Jahresbruttoeinkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 57.600 € (ab 2018 – 59.400 €) liegt.

Der Notlagentarif der PKV

Der sogenannte Notlagentarif wurde mit dem “Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung” zum Mitte 2013 eingeführt.

Dieser Tarif gilt für Mitglieder einer PKV, wenn sie mit ihren Beitragszahlungen mindestens zwei Monate in Verzug sind, er muss somit nicht extra beantragt werden. In diesem Fall erhalten die Mitglieder eine erste Mahnung. In dieser Mahnung werden zu den ausstehenden Monatsprämien ein Säumniszuschlag von 1 Prozent des Beitragsrückstands sowie die Mahnkosten ausgewiesen.

Wenn zwei Monate nach der ersten Mahnung immer noch ein regulärer Monatsbeitrag nicht beglichen werden konnte, wird eine zweite Mahnung versandt. Sollte diese offene Forderung nicht innerhalb eines Monats beglichen werden, ruht der Vertrag ab diesem Zeitpunkt und der Notlagentarif tritt automatisch in Kraft.

Sobald alle Forderungen (rückständige Prämien, Säumniszuschläge und Mahnkosten) beglichen wurden, kann der Versicherte wieder in den ursprünglichen Tarif zurückkehren. Altersrückstellungen werden im Notlagentarif nicht gebildet.

Letzter Ausweg – Wechsel von der PKV in die GKV?

Für manche Mitglieder einer PKV besteht die Möglichkeit, in eine GKV (zurück) zu wechseln. Die dafür notwendigen Voraussetzungen und Bedingungen haben wir für Sie in unserer umfangreichen Ratgeberbroschüre zusammengefasst.