BESSER LEBEN Ratgeberbroschüre

BGH: Weniger Geld aus der Lebensversicherung verfassungsgemäß

Lebensversicherung widerrufen ist finanziell oft günstiger als kündigen und auch noch nach vielen Jahren möglich

Der klassische Sparstrumpf hat schon lange ausgedient. Was zu Großmutters Zeiten an Geld noch mühsam zurückgelegt werden konnte, landete in den letzten Jahrzehnten in Policen und Fonds der Banken und Versicherer. Verlockend waren die Angebote in der ersten Hälfte der 90er Jahren mit einer jährlich zweistelligen Dividende. Die Risikobereitschaft war groß, bei den Banken und auch bei den Anlegern.

Im Gegensatz hierzu war der Garantiezinssatz bei Abschluss einer Lebensversicherung noch eine vergleichsweise sichere Größe. Dieser besagt, dass die Versicherungsgesellschaften die eingezahlten Beiträge mit folgendem Zinssatz jährlich vergüten müssen. Aufgrund der veränderten finanztechnischen Rahmenbedingungen hat die Lebensversicherung als Altersvorsage in den letzten Jahrzehnten ausgedient. Weiterhin zu Lasten der Beitragszahler schmälern hohe Provisionen und Verwaltungskosten die Rendite. Nicht selten erhalten die Kunden später nicht einmal die eingezahlten Beträge wieder.

Auf der Zielgeraden zu neuen Abschlüssen wurden Neukunden kaum auf die bestehenden finanziellen Risiken hingewiesen. Falsche Versprechungen zum Zeitpunkt des Neuabschlusses bei fallenden Überschussanteilen verschärften zudem das finanzielle Dilemma.

Das Bundesverfassungsgericht legitimierte jedoch bereit im Mai 2016 mit seiner Entscheidung den Widerruf von Renten- und Lebensversicherungen. Vorausgegangen sind hierzu zwei Entscheidungen des Bundessgerichtshofes (Az. BGH IV ZR 76/11, Urteil vom 7. Mai 2014 und BGH IV ZR 384/14, Urteil vom 29. Juli 2015).

Aufgrund der veränderten finanztechnischen Rahmenbedingungen hat die Lebensversicherung als Altersvorsage in den letzten Jahrzehnten ausgedient. Weiterhin zu Lasten der Beitragszahler schmälern hohe Provisionen und Verwaltungskosten die Rendite. Nicht selten erhalten die Kunden später nicht einmal die eingezahlten Beträge wieder.
Auf der Zielgeraden zu neuen Abschlüssen wurden Neukunden kaum auf die bestehenden finanziellen Risiken hingewiesen. Falsche Versprechungen zum Zeitpunkt des Neuabschlusses bei fallenden Überschussanteilen verschärften zudem das finanzielle Dilemma.

Aktuell entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe sogar: Verbraucher, deren Police jetzt in der Zinsflaute endet, müssen sich mit weniger Geld zufriedengeben – damit für die anderen Kunden genug übrig bleibt. Geringere Beteilungen an den Bewertungsreserven – eine Komponente der Gesamtverzinsung – neben Garantiezins, laufendem Zinsüberschuss und Schlussüberschuss – sind also höchstrichterlich abgesegnet.

Die Überlegung, eine Lebensversicherung widerrufen, statt über Jahre magere Gewinne einzufahren, ist durchaus gerechtfertigt.

Weitere Inhaltsübersicht:

  • Kündigung contra Widerruf
  • Checkliste
  • Abgelaufene und bereits gekündigte Verträge
  • Hilfe bei Blockade der Versicherung

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