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Aneurysmus – die Zeitbombe im Körper

Leiden Sie an Bluthochdruck oder Arteriosklerose? Dann sollten Sie besonders auf Ihren Körper hören. Durch eine schleichende Gefäßaussackung droht Lebensgefahr – Betroffene spüren es nicht. Betroffen sind vor allem Männer ab dem 50. Lebensjahr. Aneurysmen stellen ein kaum bekanntes und vor allem unterschätztes Risiko dar und werden in den meisten Fällen nur durch Zufall entdeckt.

Meist keine Beschwerden

Ein Aneurysma entwickelt sich schleichend, verursacht keine Beschwerden und kann doch tödlich sein. Dabei handelt es sich um die Aussackung einer Hauptschlagader – hauptsächlich im Bauchraum oder im Gehirn, aber auch am Herzen. Die Gefäßwand dehnt sich allmählich auf wie ein Luftballon, wird dünner und droht zu platzen. Jetzt besteht Lebensgefahr!

Generell kann ein Aneurysma an jeder Arterie auftreten. Am häufigsten entsteht es im Bauchbereich an der Hauptschlagader, es kann aber auch auf Höhe der Brust und an Hirngefäßen auftreten. Nach einem Herzinfarkt kommt es manchmal zu einer Aussackung an der Herzwand (Herzwand-Aneurysma). Liegt das Aneurysma im Bauchraum, an den Arm- oder Beinarterien, kommt es häufig zu einem Blutgerinnsel (Thrombus). Löst dieses sich ganz oder auch nur teilweise und wird mit dem Blutfluss weitertransportiert, kann es andere Gefäßabschnitte verstopfen. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer Embolie.

Am häufigsten sind Männer betroffen

Betroffen sind vier bis acht Prozent aller Männer über 65 Jahre und 0,5 bis 1,5 Prozent der Frauen ab diesem Alter. Die Gefahr, dass die örtlich begrenzte sack- oder spindelförmige Auswölbung platzt, ist bei Frauen allerdings größer. Hauptursache ist Arteriosklerose. Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit und eine familiäre Vorbelastung. Ältere Menschen sind aufgrund der altersbedingten Gefäßverkalkung eher gefährdet. Die Gefahr eines Risses wächst mit dem Durchmesser des Aneurysmas. Bei Männern wird es ab 5 bis 5,5 cm kritisch, bei Frauen ab 4,5 bis 5 cm.

Welche Formen eines Aneurysmas gibt es?

Wissenschaftler unterscheiden drei Arten von Aneurysmen, obwohl nur das „echte Aneurysma“ (Aneurysma verum) eine tatsächliche Gefäßerweiterung darstellt. Diese Form ist auch am meisten verbreitet – es beschreibt eine Erweiterung aller drei Schichten der Gefäßwand.

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