Recht & Alltagstipps im Juli

Interessanten Alltagstipps und Infos zur aktuellen Rechtsurteilen haben wir hier für Sie zusammengefasst. In diesem Monat aktuell:

Nachlass gut dokumentieren

Mindesten 4,2 Milliarden Euro liegen auf deutschen Bankkonten, auf die jahrelang niemand mehr zugegriffen hat – vermutlich aus Nachlässen, von denen die Erben nichts wissen. Nach 30 Jahren fällt das Geld an die Banken. Wer sein Vermögen lieber seinen Erben hinterlassen möchte, sollte seine Geldanlagen genau dokumentieren. Dazu gehören alle Konten, Versicherungen, Depots, Immobilien und Schließfächer. Auch Schulden auflisten!

Diese Übersicht gehört nicht ins Testament, sondern in einen separaten, verschlossenen Ordner. Zusätzlich kann diese Liste als digitales Dokument aufbewahrt und eine Vertrauensperson über alle Ablageorte informiert werden.

Viele Vergünstigungen im Ruhestand

Wenn der Ruhestand beginnt, haben Senioren oft mehr Zeit. Umso besser, wenn es auch Vergünstigungen für verschiedenste Aktivitäten gibt:

Viele Verkehrsverbünde bieten Senioren-Monats- oder Jahrestickets deutlich preiswerter an; oft reicht der Rentenausweis als Nachweis. Auch bei der Deutschen Bahn gibt es spezielle Senioren-Tickets und vergünstigte BahnCards ab etwa 60 bzw. 65 Jahren.

Theater, Oper, Kino, Museen und Ausstellungen gewähren häufig ermäßigte Eintrittspreise für Rentner, teils mit Nachlass von bis zu rund 50 Prozent. Auch Volkshochschulen, Universitäten (Seniorenstudium) und Stadtbibliotheken bieten reduzierte Kursgebühren oder Jahresbeiträge für ältere Menschen an. Viele Zoos, Schwimmbäder, Freizeitparks und Sportvereine haben spezielle Seniorentarife oder reduzierte Mitgliedsbeiträge.

Reiseveranstalter bieten Seniorenreisen mit oft günstigeren Preisen in der Nebensaison sowie Angeboten wie Abholung von zu Hause oder betreute Gruppenreisen. Zusätzlich gewähren manche Hotels und Reiseziele Seniorenrabatte oder besondere Pauschalen, wenn ein bestimmtes Alter erreicht ist.

Rabatte sind freiwillige Angebote der Anbieter, es gibt keinen gesetzlichen Anspruch – deshalb lohnt es sich, überall aktiv nach Seniorentarifen zu fragen.

Vorsicht: Anzahlungsbetrug

Volkswagen warnt derzeit vor täuschend echt gestalteten Fake‑Websites und Angebotskatalogen, über die angebliche gebrauchte VW‑Modelle zu auffällig niedrigen Preisen angeboten werden. Tatsächlich existieren die Fahrzeuge nicht; Ziel der Täter ist es, Käufer zu Anzahlungen zu verleiten. VW weist darauf hin, dass der Fahrzeugverkauf an Endkunden ausschließlich über zertifizierte Händler erfolgt. Zahlen Sie niemals an, ohne den Händler eindeutig geprüft zu haben, achten Sie auf korrekte VW‑Internetadressen und senden Sie auch keine Ausweispapiere oder ähnliches. Bei Verdacht auf Betrug oder bereits geleisteter Zahlung sofort Anzeige bei der Polizei erstatten und alle Unterlagen (E‑Mails, Screenshots, Verträge, Zahlungsbelege) sichern.

Mehr Rente ab Juli 2026

Zum 1. Juli 2026 steigen die gesetzlichen Renten in Deutschland um 4,24 Prozent. Das bedeutet zum Beispiel: Wer derzeit 1.000 Euro Bruttorente erhält, bekommt künftig rund 42 Euro mehr pro Monat. Die Erhöhung gilt für alle gesetzlichen Rentenarten und hebt den Wert eines Rentenpunktes von derzeit 40,79 Euro auf 42,52 Euro an.

Wichtig: Es handelt sich um Bruttowerte – Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern werden weiterhin abgezogen. Jede Rentenerhöhung ist voll steuerpflichtig, der einmal festgelegte steuerfreie Rentenanteil (Rentenfreibetrag) ändert sich dadurch nicht; dadurch kann es passieren, dass erstmals eine Steuererklärung fällig wird oder sich die Steuerlast leicht erhöht.

Wer unsicher ist, ob er durch die Erhöhung steuerpflichtig wird, sollte eine einfache Überschlagsrechnung mit dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 Euro) machen oder sich bei Lohnsteuerhilfeverein, Steuerberater oder der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen.

Weitere Infos zu Top-Themen gewünscht? Dann schauen Sie sich in unserer Ratgeber-Übersicht um!