Wie richtige Ernährung vor Demenz schützen kann

Altersforscher haben jetzt Nahrungsinhaltsstoffe identifiziert, welche die Selbstreinigungsprozesse in den Gehirnzellen ankurbeln und vor neurodegenerativen Erkrankungen schützen könnten.

Mit der Berliner „SmartAge“-Studie untersuchen Forscher die Wirkung einer zwölfmonatigen Gabe von natürlichem Spermidin aus Weizenkeimen auf Lernen und Gedächtnis sowie auf die Struktur des Gehirns. An der Studie nehmen ältere, noch gesunde Menschen teil, deren Gedächtnis sich nach eigener Einschätzung verschlechtert hat.

Spermidin ist ein körpereigenes Produkt des Zellstoffwechsels und spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Zellprozessen. Bei Versuchen an Modell-Organismen (Hefen, Würmer, Fruchtfliegen), denen über die Nahrung zusätzlich Spermidin zugeführt wurde, verlängert das die Lebensspanne und stoppte z. B. auch den altersbedingten Erinnerungsverlust bei Fruchtfliegen. Diesen Effekt führen die Forscher auf die Zunahme von sogenannten Autophagie-Prozessen zurück. Das sind Selbstreinigungsprozesse, bei denen die Zelle ihren Abfall selbst verdaut und vernichtet, zum Beispiel krankheitserregende Eiweiß-Ablagerungen. Diese Eiweiß-Ablagerungen liegen fast allen neurodegenerativen Erkrankungen zugrunde, auch der Alzheimer- oder der Parkinson-Krankheit. Eine Ankurbelung dieses Selbstreinigungsprozesses könnte somit diesen Erkrankungen vorbeugen.

Spermidin in der Nahrung scheint auch dem menschlichen Gehirn gut zu tun, wie weitere Studien zeigten. Hierbei wurde die Wirkung von natürlichem Spermidin, das aus Weizenkeimen gewonnen und in Kapseln verpackt worden war, auf Lernen und Gedächtnis untersucht. Es konnten gezeigt werden, dass sich Gedächtnisleistungen bereits nach dreimonatiger Einnahme tendenziell verbessern, bei sehr guter Verträglichkeit der Kapseln.

Spermidin ist zudem eine Substanz, die Effekte des Fastens nachahmt. Der Körper produziert solche Substanzen beim Abnehmen, man kann sie aber auch mit der Nahrung aufnehmen. Weltweit wurde bereits eine Reihe solche Substanzen untersucht: zum Beispiel Resveratrol, das aus Trauben gewonnen werden kann und daher u. a. im Rotwein zu finden ist, oder der sogenannte Grüntee-Extrakt. Auch für Resveratrol konnten schon positive Effekte auf die Gedächtnisleistung und die Durchblutung des Gehirns nachgewiesen werden.

Mit einer Wunderpille fürs Gehirn ist allerdings nicht zu rechnen. Denn Nahrungsergänzungsmittel können allenfalls unterstützend wirken, aber nie eine ausgewogene Ernährung ersetzen, wie Ernährungsexperten betonen. Die Formel für eine bessere Gedächtnisleistung lautet also: Gesunde Ernährung und ab und zu Fasten. Viel Obst, Gemüse und ungesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen und beim Zucker zu sparen. Außerdem scheinen ein aktives soziales Leben, körperliche Bewegung und ein aktiver und gesunder Lebensstil das Risiko einer Erkrankung zu mindern.

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