Therapien bei Prostatakrebs

Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist die häufigste Krebsart bei Männern. Das Risiko einer Erkrankung nimmt mit dem Alter zu. Prostatakrebs gehört jedoch zu den Krebsarten mit den größten Heilungschancen, denn der Tumor wächst meist sehr langsam und lässt sich oft gut behandeln. Über 90 Prozent der Männer, bei denen Prostatakrebs diagnostiziert wird, leben fünf Jahre nach der Diagnose noch.

Wovon hängt die Prostata-Therapie ab?

Welche Behandlung bei einem Prostatakarzinom angewendet wird, hängt deshalb von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Aggressivität des Tumors. Mit einer Gewebeprobe und anderen Untersuchungen lässt sich beurteilen, ob der Prostatakrebs aggressiv ist (Hoch-Risiko-Krebs) oder ob er langsam wächst (Niedrig-Risiko-Krebs). Wichtig für die Therapiewahl ist auch die Ausbreitung des Tumors im Körper, also ob er bereits andere Organe befallen und Metastasen gebildet hat. Letztlich sind auch individuelle Aspekte relevant für die Behandlung von Prostatakrebs, wie das Alter des Mannes, sein allgemeiner Gesundheitszustand und seine persönliche Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie.

Wenn der Prostatakrebs klein ist, auf die Prostata beschränkt (also nicht in umliegende Organe eingewachsen ist oder Metastasen gebildet hat) und kein aggressives Wachstum zeigt, spricht man von einem Niedrig-Risiko-Prostatakrebs. In diesem Fall muss nicht zwingend eine medizinische Behandlung erfolgen. Der Mann kann sich auch für eine aktive Überwachung (active surveillance) oder ein abwartendes Beobachten (watchful waiting) mit evtl. nachfolgender Behandlung entscheiden.

Häufig angewendete Prostata-Therapien bei Männern

Die Therapie von Männern mit einem Hoch-Risiko-Prostatakrebs besteht meistens aus einer Operation oder Bestrahlung. Bei der Operation werden die Prostata und ggf. weiteres betroffenes Gewebe entfernt. Die Bestrahlung kann von außen (externe Strahlentherapie) oder von innen (interne Strahlentherapie, Brachytherapie) erfolgen. Die häufigsten Nebenwirkungen von Operation und Bestrahlung der Prostata sind eine Harninkontinenz und Erektionsstörungen.

Eine relativ neue Methode zur Behandlung von Prostatakrebs ist die sogenannte MRT-gesteuerte TULSA-PRO. Dabei wird der bösartige Tumor in der Prostata MRT-gesteuert gezielt durch Erhitzung zerstört. Die Erhitzung erfolgt berührungslos mittels Ultraschall, wobei die Ultraschall-Sonde durch die Harnröhre zur Prostata eingeführt wird, um möglichst wenig Gewebe zu schädigen und den Tumor gezielt anzusteuern. Vorteil der TULSA-Methode soll sein, die Kontinenz und Potenz möglichst zu erhalten.

Hormonbehandlung und Chemotherapie

Bei weiter fortgeschrittenem Prostatakrebs kommen auch eine Hormonbehandlung und eine Chemotherapie in Betracht. Dabei werden verschiedene Medikamente verabreicht, die die Krebszellen abtöten sollen. Seit kurzer Zeit ist der neue Wirkstoff Apalutamid zur Behandlung von Männern mit nicht metastasiertem Prostatakrebs im Einsatz – vor allem bei Patienten, bei denen die gängige Hormonbehandlung nicht mehr wirkt. Apalutamid soll das Wachstum des Prostatakarzinoms hemmen und die Krebszellen absterben lassen.

Weitere Informationen zum Thema Prostata finden Sie in unserer Ratgeberbroschüre „Neue Therapiemethoden bei Prostatakrebs“.

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